Herstellung im Walzverfahren

Drahtglas entsteht im Walzverfahren, einem kontinuierlichen Formgebungsprozess, bei dem die Glasoberfläche ihre charakteristische Struktur erhält. Die noch heiße Glasmasse wird dabei als zähflüssiger Glasstrom zwischen zwei Walzen geleitet. Eine der Walzen übernimmt den Transport des Glasbands, während die zweite, mit einem Muster gravierte Walze dem noch weichen Glas seine gewünschte Struktur verleiht. Während des Produktionsprozesses wird ein feinmaschiges Stahldrahtgeflecht dauerhaft zwischen die Glasschichten eingebettet. Dadurch entsteht die charakteristische Gitterstruktur, die Drahtglas seit über 100 Jahren unverwechselbar macht.

Während des Durchlaufs wird das Glas auf die definierte Dicke ausgewalzt. Gleichzeitig prägt sich der Dekor dauerhaft in die Oberfläche ein. So entstehen strukturierte, transluzente Gläser mit unterschiedlichen Lichtstreuungs- und Sichtschutzeigenschaften.

Das integrierte Drahtgeflecht hält bei einem Glasbruch lose Glasscherben teilweise zusammen und verhindert, dass größere Glasstücke unmittelbar herausfallen. Aus diesem Grund wurde Drahtglas früher häufig in Industriegebäuden, Treppenhäusern und öffentlichen Einrichtungen eingesetzt.

Heute steht jedoch vor allem seine außergewöhnliche Gestaltung im Mittelpunkt.

Zu den Drahtgläsern

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